
Aorta
Die große Körperschlagader wird auch Aorta genannt. Ihr Name leitet sich aus dem griechischen Wort aort ab und bedeutet soviel wie Schlauch oder Schlagader. Das Herz pumpt das Blut direkt aus der linken Kammer in die Aorta.
Sie hat die Form eines gebogenen Spazierstocks, verlässt also das Herz nach oben, macht einen Bogen und zieht dann zuerst an der Hinterwand des Brustkorbs und schließlich der Bauchhöhle nach unten.
Auf Höhe des vierten Lendenwirbelkörpers zweigt sie sich in die beiden Beckenschlagadern, welche die Beinen versorgen, auf. Aus ihr werden direkt oder indirekt alle Teile des Körpers mit sauerstoffreichem Blut versorgt.
Arterien
Wenn man von ihnen spricht, kann man auch Puls- oder Schlagadern sagen. Tastet man irgendwo am Körper den Puls, hat man unweigerlich eine Arterie unter den Fingern. In ihnen wird das sauerstoffbeladene Blut vom Herzen wegtransportiert. Bei jedem Herzschlag werden sie ein wenig durch das frische Blut erweitert. Das tasten wir dann als Puls. Wenn der Arzt oder Apotheker Ihren Blutdruck misst, misst er den Druck in den Arterien.
Dieser ist aber nicht konstant, sondern höher wenn das Herz gerade Blut in die Arterien gepumpt hat und nimmt stetig ab bis das Herz erneut in Aktion tritt. Wenn Ihr Blutdruck z.B. 120/60 (sprich "120 zu 60") ist, heißt das nichts anderes als: "Ihr Blutdruck schwankt wellenförmig zwischen 120 und 60 mmHg".
Auge
Das Auge entsteht als Ausstülpung des Zwischenhirns und ist damit wie alle Teile des Gehirns bei Verlust nicht zu ersetzen. Der vordere durchsichtige Teil des Augapfels wird Hornhaut genannt. Die Augenfarbe wird durch die Farbe der dahinter liegenden Iris bedingt. Direkt dahinter liegt die Linse.
Die Rückseite der Augeninnenfläche wird durch die Netzhaut gebildet. Hier befindet sich der lichtempfindliche Teil des Auges.
Bauchnabel
Der Bauchnabel erinnert uns immer daran, dass wir irgendwann einmal nicht selbst atmen und essen konnten. Genau dort hat uns nämlich einmal, solange die Lunge und der Darm noch wachsen mussten, die Nabelschnur verlassen und hat "verbrauchtes Blut" zur Mutter bzw. sauerstoff- und nährstoffreiches Blut zu uns transportiert.
Die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen fand damals im Mutterkuchen, der mütterlichen Plazenta
statt, dort endete die Nabelschnur. Da die meisten von uns unmittelbar nach der Geburt selbst essen und atmen können, wird gewöhnlich zu diesem Zeitpunkt die Verbindung gekappt. Einige Erwachsene behaupten allerdings, dass sie ohne Bauchnabel auf die Welt gekommen seien und es sich erst nachträglich hinein geärgert hätten.
Gallenblase
Die Gallenblase sieht in gefülltem Zustand aus wie eine Birne und hängt unter der Leber. Ihre Wand ist von glatten Muskelfasern durchsetzt.
Sie dient der Speicherung von in der Leber gebildeter Gallenflüssigkeit. Von der Gallenblase führt der Hauptgallengang in den Zwölffingerdarm, die Gallenflüssigkeit landet also letztendlich im Darm. Mit der Gallenflüssigkeit werden die Abbauprodukte von Cholesterin und dem rotem Blutfarbstoff, dem Hämoglobin, ausgeschieden. Wenn der Gallengang verstopft ist und die Galle nicht in den Darm gelangen kann, verliert der Stuhl seine Farbe und sieht weißlich aus.
Außerdem werden eine Reihe körpereigener und -fremder Substanzen, wie Medikamentenabbauprodukte, durch die Galle aus dem Körper eliminiert. Im Darm hilft die Galle Fette zu emulgieren und damit fettlösliche Vitamine aufzunehmen.
Gleichgewichtsorgan
Neben der Gehörschnecke befinden sich das statische- und das Gleichgewichtsorgan im Innenohr. Beide bestehen im Grunde genommen aus wassergefüllten Schläuchen.
Das Gleichgewichtsorgan besteht aus drei Bogengängen, die senkrecht zueinander angeordnet sind. Einen Bogengang muss man sich wie einen mit Wasser gefüllten Fahrradschlauch vorstellen. Senkrecht zu diesen Gängen stehen jeweils an einer Stelle Sinneszellen. Wenn Sie nun den Kopf in eine Richtung drehen, wird sich zunächst nur der Gang selbst mitdrehen. Die Trägheit des Wassers bewirkt nun eine Auslenkung der senkrecht stehenden Sinneszellen. Man muss sich das so vorstellen, wie wenn man den Finger aus einem fahrenden Boot ins Wasser hält. Dabei wird der Finger auch gegen die Fahrtrichtung umgebogen. Kurz, dank unseres Gleichgewichtsorgans bemerken wir, ob wir uns im Raum bewegen bzw. bewegt werden.
Es bestehen komplizierte Verschaltungen zu den Zentren im Gehirn, die dafür verantwortlich sind, dass wir nicht schon beim kleinsten Schubser umfallen. Diese liegen besonders im Kleinhirn und Hirnstamm.
Haare
Es existieren viele Arten von Haaren, die sich sowohl in ihrer Beschaffenheit, als auch in ihrer Dichte unterscheiden. So gibt es die Kopf-, die Scham-, die Bartbehaarung usw.
Der Teil des Haares, der aus der Oberfläche der Haut herausragt ist der Haarschaft und der in der Haut verankerte ist die Haarwurzel.
Haare entstehen durch punktuierte Hornbildung der Haut. Das Haar selbst besteht aus dem Haarmark (nur bei dicken Haaren ), Rindenschichten und den Wurzelscheiden.
Das Haarmark, falls es besteht, ist sehr dünn und darum herum die Rindenschicht dick. Die Rindenschicht ist aus langen verhornten Zellen aufgebaut. Bei den Wurzelscheiden handelt es sich um trichterförmige Einsenkungen in die Haut, die sich in die Tiefe fortsetzt und mit einer zwiebelartigen Verbreiterung endet.
Interessant ist noch, dass Haare einen Haarmuskel besitzen, der die sogenannte Gänsehaut hervorrufen kann, indem er das Haar in die Tiefe zieht und es damit aufrichtet.
Harnblase
Die Harnblase liegt in ungefülltem Zustand geradezu versteckt hinter dem Schambein des Beckens. In ihr sammelt sich der in den Nieren produzierte Urin.
Auf jeder Seite mündet hinten jeweils aus der gleichseitigen Niere ein Harnleiter. Bei der Harnblase handelt es sich um ein Hohlorgan. Die Blasenwand besteht vorwiegend aus glatten Muskelzellen die sich zusammenziehen können und das Wasserlassen dadurch erst ermöglichen.
Auch wenn es oft mehr erscheint, kann sie unter normalen Bedingungen nur 300-500 ml fassen. Unten mündet der Blasenhals in die Harnröhre.
Harnleiter
Die Harnleiter dienen dem Transport des Urins vom Nierenbecken in die Blase. Da es meistens zwei Nieren gibt, existieren auch meistens zwei Ureteren. Die medizinische Bezeichnung Ureter leitet sich von dem griechischen Wort für Uringang ab. Sie sind ca. 4 mm dick und 30cm lang.
Nierensteine bleiben häufig in den Harnleitern stecken und verursachen dadurch eine sogenannte Nierenkolik.
Harnröhre
Durch die Harnröhre, Urethra, gelangt der Urin aus der Harnblase aus dem Körper. Bei Männern ist sie ca. 30 cm lang, bei Frauen nur etwa 3cm.
Durch sie gelangen oft Keime in die Blase.
Deshalb erkranken Frauen viel häufiger an Blasenentzündungen als Männer, weil Keime nur einen viel kürzeren Weg zurücklegen müssen. Dafür fällt es vielen Männern im höheren Alter schwer Wasser zu lassen, weil sie durch eine zu groß gewordene Prostata eingeengt wird.
Haut
Die äußere Körperoberfläche wird von Haut überzogen, die innere von Schleimhäuten.
Die Körperöffnungen stellen die Übergangsgebiete zwischen Haut und Schleimhaut dar.
Die Haut dient dem Schutz des Körpers vor chemischen, thermischen und mechanischen Schäden.
Außerdem wehrt sie verschiedene Krankheitserreger und Strahlen ab.
Zudem ist sie Thermoregulationsorgan, welches einerseits Flüssigkeit in Form von Schweiß abgeben kann, anderseits den Körper vor Austrocknung schützt.
Wichtig ist auch die Funktion der nervösen Strukturen, die in die Haut eingelagert sind. Mit der Haut können somit Druck, Schmerz und Temperaturen wahrgenommen werden und stellt damit eines der wichtigsten Sinnesorgane dar.
Herz
Das Herz ist eine Pumpe. Es liegt unmittelbar hinter dem Brustbein dem Zwerchfell direkt auf. Rechts und links daneben liegen die Lungen.
Genau genommen besteht das Herz aus zwei Pumpen, dem rechten und dem linken Herzen, beide haben einen Vorhof und eine Kammer. Insgesamt gibt es vier Herzklappen. Zwischen Vorhof und Kammer liegt jeweils eine und im Ausflusstrakt der Kammern liegen die anderen beiden. Diese bewirken, dass das Blut nur in eine Richtung fließen kann. Wenn sich das Herz, welches nichts anderes als ein ausgehöhlter Muskel ist, zusammenzieht, kann das Blut nur in eine Richtung.
Das "verbrauchte", sauerstoffarme Blut kommt über die großen Hohlvenen aus dem Körper. Die obere speist sich aus der oberen Körperhälfte, die untere Hohlvene aus der unteren. Beide münden im rechten Vorhof. Von da aus gelangt das Blut über die rechte Kammer in die Lunge.
Dort wird es wieder mit Sauerstoff beladen und kommt anschließend im linken Herzen an um in den Körper gepumpt zu werden. Das linke Herz ist viel stärker ausgebildet als das rechte, nur so kann auch noch der kleine Finger versorgt werden.
Kehlkopf
Das Kehlkopfskelett besteht aus mehreren Teilen, dem Schildknorpel, dem Ringknorpel, zwei Stellknorpeln und der Epiglottis. Der Schildknorpel ist von außen am Hals tastbar und bildet den Adamsapfel.
Die Epiglottis ist blattförmig und hat die Aufgabe beim Schluckakt die Luftröhre mit ihrem beweglichen Teil zu verschleißen. Außerdem Bestandteil des Kehlkopfs sind die Stimmbänder, die sich zwischen den Stellknorpeln und dem Schildknorpel ausspannen.
Vor allem dient der Kehlkopf also der Atmung und der Stimmbildung. Die sogenannte Phonation ( Stimmbildung) wird durch einen Spannapparat aus zwei Muskeln (Musculus cricothyreoidei und Musculi vocalis) ermöglicht. Durch Kontraktion dieser Muskeln und in Zusammenarbeit mit den inneren Kehlkopfmuskeln kommt die Stimme zustande.
Außerdem verhindert der Verschluss des Kehlkopfs beim Schlucken, die fälsche Einatmung von z.B. Nahrung. Beim absolutem Kehlkopfverschluss kann die Drucksteigerung im Brustraum zur Stabilisierung dessen führen, welche z.B. beim Heben von schweren Gegenständen oder für die Bauchpresse benötigt wird.
Knochen
Die Knochen kann man nach der unterschiedlichen Form unterscheiden. Es gibt kurze ( z.B. Hand- und Fußwurzelknochen), lange ( z.B. Oberschenkelknochen oder Armknochen) und platte ( z.B. Brustbein, Schulterblatt) Knochen. So ein Knochen besteht der Knochenhaut außen, der tragenden Hartsubstanzschicht und der Knochenmark innen.
Besonders faszinierend ist die Leichtbauweise und dabei die hohe Belastbarkeit.
Die Funktion des Knochens besteht vor allem darin das Gerüst des Körpers darzustellen, als Sehnen und Muskelansatzpunkt zu dienen und als mechanischer Schutz von wichtigen Organen, wie z.B. das Gehirn.
Leber
Die Leber liegt im rechten Oberbauch direkt unter dem Zwerchfell. Sie ist ungefähr 1,5 kg schwer und das zentrale Stoffwechselorgan. Sie kann Zucker, Vitamine und Eiweiß speichern und bei Bedarf wieder freisetzen. Einige der wichtigsten Bluteiweiße, wie z.B. Gerinnungsfaktoren und Albumin, werden in der Leber aufgebaut.
Übrigens findet dort noch bis zum 6. Fetalmonat die Blutbildung statt. Fast das gesamte Blut aus dem Darm muss zuerst durch sie hindurchfließen, bevor es in den Körperkreislauf gelangt.
Die Ader, welche das Blut aus dem Darm in die Leber transportiert, heißt Pfortader. Viele Stoffe werden in den Leberzellen entgiftet oder deaktiviert, so auch der Alkohol, viele Medikamente und das beim Eiweißabbau anfallende Ammoniak. In ihr wird die Galle gebildet, bevor sie sich in der Gallenblase sammelt.
Lymphknoten
Bei ihnen handelt es sich um in die Strombahn der Lymphgefäße eingeschaltete, etwa linsen- bis bohnengroße Organe des lymphatischen Systems. Sie dienen der "Filterung" der Lymphe.
Nachdem das mit Sauerstoff angereicherte Blut das Herz verlassen hat, gelangt es in die Arterien. Sie zweigen sich immer mehr auf und werden schließlich zu Kapillaren. Diese sind so eng, dass gerade noch ein Blutkörperchen durch sie hindurchfließen kann. das Gewebe steht dort in sehr engem Kontakt mit dem Blut und kann es so mit ausreichend Sauerstoff versorgen. Der größte Teil des Blutes fließt anschließend in die Venen und von da aus zum Herzen zurück. Der kleinere Teil der Blutflüssigkeit, wird durch die Kapillarwände hindurch filtriert. Diese Flüssigkeit muss auch in den Kreislauf zurück und wird aus diesen Grunde von den Lymphgefäßen, ebenfalls sehr engen Röhren, aufgesammelt. Gehen z.B. bei einer Operation die Lymphgefäße eines Armes verloren, ist der Arm immer angeschwollen. Das nennt man ein Lymphödem.
In ihrem Verlauf liegen die Lymphknoten als Filterstationen. In ihnen befinden sich Unmengen von Immunzellen, die die Lymphe nach potentiellen Gefahren absuchen, um entweder das Immunsystem zu alarmieren oder sie einfach aufzufressen. Wenn zum Beispiel die Mandeln entzündet sind, wird die überschüssige Flüssigkeit aus dem entzündeten Gewebe als Lymphe abtransportiert. Die Lymphknoten am Ohr und Hals liegen direkt auf dem Weg der Lymphe in die obere Hohlvene. Entzündungsstoffe und Keime werden mit abtransportiert und können eine Entzündungsreaktion hervorrufen. Die Folge: geschwollene, schmerzhafte Halslymphknoten.
Muskeln
Der Muskel besteht aus einem sich kontrahierenden Muskelbauch und den Sehnen, mit denen die Kontraktionskraft auf die Knochen übertragen werden. Er stellt die fleischigen Teile des Körpers dar und vermittelt durch Zusammenziehen und Erschlaffen Bewegungen.
Das kontrakile Element des Muskels ist die Muskelfaser, deren Größe stark variieren kann. Jede Muskelfaser endet an beiden Seiten in eine zarte Sehne aus Kollagenfibrillen.
Der normale Muskel ist der Skelettmuskel, der aus quergestreifter Muskulatur besteht. Die Querstreifen entstehen durch die typische Zusammensetzung der Myofibrillen, aus denen die einzelne Muskelfaser aufgebaut ist.
Es existieren aber noch zwei andere Arten von Muskeln. Der Herzmuskel und die glatte Muskulatur, die z.B. die Darmmuskulatur bildet.
Nebennieren
Diese beiden lebenswichtigen Organe liegen in unmittelbarer räumlicher Nähe der Nieren, sie liegen ihnen fast direkt auf. Trotzdem sind Nebennieren und Nieren völlig unterschiedliche Organe. Bei der Nebenniere muss man zwischen Mark und Rinde unterscheiden.
Das Nebennierenmark ist Teil des sympathischen Teils des vegetativen Nervensystems. Hier wird das Adrenalin gebildet. In Ruhe wird nur wenig, bei psychischem oder körperlichem Stress sehr viel gebildet und ins Blut abgegeben. Adrenalin bewirkt, dass das Herz schneller und stärker pumpt, die Atemwege weiter werden, die Darmbewegungen und -durchblutung abnimmt und Zucker vermehrt im Blut bereitsteht. Zusätzlich werden die Pupillen weit.
Die Nebennierenrinde hat drei Schichten, jede ist für die Produktion eines anderen Hormons zuständig. In der äußersten Schicht wird Aldosteron produziert. Es reguliert den Natrium, Kalium und Wasserhaushalt des Körpers, dadurch hat es einen großen Einfluss auf den Blutdruck. In der mittleren Schicht werden die kortisonähnlichen Hormone hergestellt. Diese haben einen besonderen Einfluss auf den Zucker- und Eiweißhaushalt, was bei Stress große Bedeutung hat. In der Innenschicht werden geringe Mengen von Geschlechtshormonen gebildet.
Wenn die Nebennieren aus bestimmten Gründen nicht mehr funktionieren oder entfernt werden müssen, ist es lebensnotwendig, die fehlenden Hormone, besonders Kortison und Aldosteron zu ersetzen. Das kann meistens in Form von Tabletten erfolgen.
Niere
Die Nieren, fast jeder hat zwei davon, liegen beiderseits der Wirbelsäule hinter dem Darm. Oben beginnen sie auf Höhe der letzten Rippen und reichen bis zu den ersten Lendenwirbeln herab. Auf Englisch heißen sie "kidneys" und sehen so aus wie Kidneybohnen. Eine Niere ist allerdings viel größer, ungefähr 4x7x11cm.
Ihre Aufgaben sind vielfältig, wobei ihre augenscheinlichste Hauptaufgabe die Produktion von Urin ist. Dabei handelt es sich um ein Filtrat des Blutplasmas, in den viele Stoffwechselabbauprodukte aktiv abgegeben werden. Dadurch sorgen die Nieren für die Regulierung des Wasser- und Elektrolythaushalt, des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut und des Calcium/Phosphatstoffwechsels.
Außerdem werden hier einige wichtige Hormone hergestellt, z.B. Erythropoetin, welches die Blutbildung reguliert und Renin, welches für den Blutdruck mitverantwortlich ist.
Der Urin sammelt sich im Nierenbecken und fließt dann in die Harnleiter ab.
Ohr
Wenn man vom Ohr spricht, muss man sich entscheiden ob man das äußere Ohr, das Mittelohr oder das Innenohr meint. Das äußere Ohr und das Mittelohr dienen vorwiegend dem Gehör, im Innenohr ist auch noch das Gleichgewichtsorgan beherbergt.
Zum äußeren Ohr gehört die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang, an dessen Ende das Trommelfell liegt. Entzündungen des Gehörganges werden meistens durch zu gewissenhafte Reinigungsattacken des Wattestäbchens verursacht.
Auf der Rückseite des Trommelfells beginnt das Mittelohr. Es liegt in einem sehr harten Knochen, dem Felsenbein. Das Mittelohr steht mit dem hinteren Rachen über die Eustachische Röhre in Verbindung. Wird es z.B. bei einer schweren Erkältung verschlossen, kommt es zur Innenohrenentzündung, der Otitis media. Im Mittelohr befinden sich die Gehörknöchelchen -Hammer, Amboss und Steigbügel. Sie dienen der Schallfortleitung und verhindern, dass der meiste Schall einfach am Trommelfell reflektiert wird. Der Steigbügel schafft die Verbindung zum Innenohr.
Im Innenohr liegt die Gehörschnecke und die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans. Die Schnecke besteht, wenn man sie entrollen würde, genau genommen aus drei mit Flüssigkeit gefüllten Gängen. Wenn eine Schallwelle über das Trommelfell und die Gehörknöchelchen auf das Ende des einen Ganges trifft, löst das eine Welle in der Flüssigkeit aus.
Diese wandert den oberen Gang der Schnecke entlang, bis zur Spitze der Schnecke. Von dort wandert sie im unteren Gang zurück. Entlang des mittleren mit Flüssigkeit gefüllten Ganges liegen die Sinneszellen des Gehörs. Unterschiedliche Töne verursachen nun verschieden Wellen in der Schnecke, die wiederum jeweils andere Sinneszellen reizen. Dadurch können wir Töne unterscheiden.
Prostata
Die medizinische Bezeichnung für die Vorsteherdrüse, Prostata, leitet sich vom griechischen Wort für Vorsteher ab. Wenn man die Harnröhre von außen in Richtung Harnblase verfolgt, steht dieses kastaniengroße, sich derb anfühlende Organ ihr sozusagen vor. Ganz ähnlich dem Türsteher vor der Disko. Sie ist leicht vom Mastdarm aus tastbar.
Die Harnröhre geht mitten durch sie hindurch und nimmt die in sie mündenden Samenleiter aus dem Hoden auf. Die Vorsteherdrüse sondert ein dünnflüssiges, milchiges Sekret ab, welches bewegungsauslösend auf die Spermien wirkt und 60-70 Volumenprozent des Ejakulats ausmacht.
Im mittleren bis höheren Lebensalter kommt es oft zu einer Vergrößerung des die Harnröhre umschließenden Teils der Drüse. Mit der Zeit kann das Wasserlassen immer schwerer fallen und schließlich sogar unmöglich werden.
Schilddrüse
Die Schilddrüse ist ein hormonbildendes Organ, das unterhalb des Kehlkopfs die Luftröhre halbkreisförmig umfasst. Die Drüse besteht aus einem rechten und einem linken Lappen, die durch eine Brücke miteinander verbunden sind.
Die produzierten Hormone, Thyroxin, Trijodthyronin und Kalzitonin wirken bei der Regulierung von
Stoffwechselprozessen mit; u.a. steigern sie bei einigen Organen die Sauerstoffaufnahme und den Sauerstoffverbrauch und die Erregbarkeit des Nervensystems.
Kalzitonin hemmt die Kalziumfreisetzung aus dem Knochen und vermindert so die Kalziumkonzentration im Blut.
Bei Vergrößerung der Schilddrüse z.B. durch den häufigen Jodmangel spricht man von Struma.
Gerade in Deutschland sollte man darauf achten, dass genug Jod in der Nahrung enthalten ist, oder in Tablettenform zugeführt wird.
Die sogenannten Kropfbänder, die in Bayern sehr oft gesehen werden konnten, hat man früher getragen, um die Vergrößerung der Schilddrüse durch den Jodmangel zu verstecken.
Schleimhaut
Im Gegensatz zur äußeren Haut wird die Schleimhaut, die die innere Haut darstellt, stets durch eine Schleimschicht feucht gehalten.
Dieser Schleim wird von speziellen Zellen, den Becherzellen oder kleinen Drüsen gebildet.
Der Aufbau der Schleimhaut ist organspezifisch.
Im Darm ist die Schleimhaut anders gestaltet als in der Luftröhre oder in der Vagina.
Sehnen
Sehnen sind die strangartige Fortsetzung des Muskels und seiner Hüllen. So verankern die Sehnen den Muskel an den Knochen. Dabei strahlen pinselförmige Fasern durch die Knochenhaut in die Hartsubstanzschicht ein und werden mit den verkalkten Lamellen der Knochensubstanz verbunden.
Vor allem bestehen die Sehnen aus parallel gebündelten, in Zugrichtung angeordneten Kollagenfasern, die eine erstaunliche Belastbarkeit erlauben. Dabei variieren die Länge und Kaliber der Sehnen stark und sind so auf die jeweilige Funktion des Muskels abgestimmt, dass eine maximale Kraftausübung erreicht werden kann.
Tränendrüse
Die Tränendrüsen liegen am äußeren oberen Augenrand hinter dem Oberlid. Damit das Auge nicht austrocknet, muss es ständig feucht gehalten werden. Die Tränenflüssigkeit besteht aus einem wässrigen und einem fettigen Anteil. Der wässrige wird durch die Tränendrüsen hergestellt, der fettige von den Drüsen am Lidrand.
Ohne die fettigen Anteile , würde die Flüssigkeit sofort verdunsten. Nachdem die Tränenflüssigkeit in den Bindehautsack gelangt ist, wird sie durch den Lidschlag zum inneren Augenwinkel transportiert.
Von dort wird sie zuerst in die Tränenpünktchen, die am oberen und unteren inneren Augenlid zu sehen sind, und anschließend in den Tränensack aufgenommen. Dieser ist über den Tränennasengang mit der Nasenhöhle verbunden.
Wenn also die Augen tränen, läuft auch die Nase, weil die Flüssigkeit zu einem großen Teil über den Tränennasengang in der Nase landet.
Die Tränenflüssigkeit wird übrigens schneller abtransportiert wenn man mit den Augen blinzelt. Schauspieler benutzen diesen Trick um ungewolltes Augentränen und damit ein ruiniertes Make-up zu verhindern.
Venen
Als Venen, auch Blutadern, werden die Blutgefäße bezeichnet, deren Flussrichtung zum Herzen gerichtet ist. Das gesamte "verbrauchte" sauerstoff- und nährstoffarme Blut aus dem Körper sammelt sich in ihnen. Die kleineren Venen aus den Armen und dem Kopf fließen über die obere Hohlvene von oben in den rechten Vorhof.
Die aus den Beinen und Eingeweiden schließen sich zur unteren Hohlvene zusammen und münden ebenfalls, aber von unten, in den rechten Vorhof.
In der Peripherie der Arme und Beine haben die Venen sogar Klappen, nur dadurch kann gewährleistet werden, dass das Blut nur zum Herzen und nicht zurückfließen kann.
An den Beinen zum Beispiel existieren sowohl oberflächliche als auch tiefe Venen. Die Tiefen liegen zwischen den Muskeln gut geschützt. Jede Bewegung wringt sie regelrecht aus.
Die oberflächlichen Venen münden unter normalen Bedingungen über Klappen in das tiefe System. Sind diese defekt, kann es zu Krampfadern kommen, weil das Blut nicht regelrecht zum Herzen transportiert werden kann, sondern den falschen Weg in die oberflächlichen Venen nimmt. Diese werden ausgedehnt und die Beine schmerzen, weil sich das "verbrauchte" Blut aufstaut.
Zähne
Bei den Zähnen handelt es sich um knochenartige Gebilde, die symmetrisch in den Zahnfächern des Ober- und Unterkiefers befestigt sind. Menschen haben nur einen Zahnwechsel im Alter von ca. 5 Jahren. Die ersten Milchzähne zeigen sich im Alter von 6 bis 8 Monaten, meistens zuerst die Schneidezähne. Die Zähne vor dem Zahnwechsel heißen Milchzähne, die danach, bleibende Zähne.
Dem innenliegenden weichen Zahnmark liegt oben der Zahnschmelz, die härteste Substanz des menschlichen Organismus, auf.
Das Milchgebiss setzt sich aus 20 einzelnen Zähnen zusammen. Auf jeder Kieferhälfte sind das die folgenden fünf:
2 Schneidezähne
1 Eckzahn-hat die längste Zahnwurzel
2 Milchmolaren-das sind die Mahlzähne (lat. molaris=Mühlstein)
Das bleibende Dauergebiss umfasst 32 Zähne. Sowohl die beiden Ober- als auch die Unterkieferhälften setzen sich aus folgende Zähnen zusammen:
2 Schneidezähne
1 Eckzahn
2 Prämolaren-liegen vor (=lat. prä) den Mahlzähnen
3 Molaren-jeweils der letzte von ihnen bricht erst im späteren Leben durch und wird dann als Weisheitszahn bezeichnet.
Zunge
Die Zunge ist ein von Schleimhaut bedeckter Muskelkörper. Sie wird unterteilt in eine Zungenwurzel, einen Zungenkörper und schließlich die Zungenspitze. Die Zungenoberfläche ist durch die Zungenpapillen gekennzeichnet, von denen es fünf verschiedenen Arten gibt.
Zudem ist die Zunge ein Geschmacksorgan. Die Geschmackserkennung wird gewährleistet durch Geschmacksknospen und freie Nervenendigungen. Dabei wird nicht an jeder Stelle der Zunge die gleiche Geschmackqualität festgestellt. An der Zungenspitze wird vornehmlich "süß", danach hauptsächlich "salzig", dann "sauer" und an der Zungenwurzel schließlich "bitter" geschmeckt.
Interessant ist auch noch, dass beim Berühren des Zungesgrundes oder auch der Gaumenbögen oder Rachenhinterwand der Schluck- bzw. der Würgereflex ausgelöst werden kann. Daran sind die Muskeln der Zunge, des Rachens, des Kehlkopfs und der Speiseröhre beteiligt.
Die Zunge kann aber auch wichtiger diagnostisches Mittel zur Feststellung von Krankheiten sein. So kann z.B. eine Himbeerzunge oder Erdbeerzunge auf Scharlach oder Grippe hinweisen.