Schimmelpilzallergie

Eine Allergie gegen Schimmelpilze wird meistens nicht durch die Pilze selbst, sondern durch ihre Sporen ausgelöst. Schimmelpilze gedeihen fast überall, am besten unter feuchtwarmen Lebensbedingungen. Eine solche Allergie macht durch allergischen Schnupfen, tränende Augen oder ein allergisches Bronchialasthma auf sich aufmerksam. Alles in allem sehr ähnliche Symptome wie beim Heuschnupfen. Treten solche Beschwerden auch außerhalb der Blüten- und Gräserpollensaison auf, kann eine Schimmelpilzallergie dahinterstecken. Dann ist es wichtig mit einem Allergietest herauszufinden, wogegen Sie allergisch sind. Erst dann ist eine gezielte Behandlung möglich. Möglicherweise genügt schon das weitgehende Meiden des betreffenden Allergens, um Ihre Beschwerden herabzusetzen.

Was sind Schimmelpilze?
Zur großen Familie der Pilze, derzeit sind ca. 250.000 verschiedene Arten bekannt, gehören neben Speisepilzen auch Schimmelpilze. Schimmelpilze wachsen überall dort, wo es feucht und warm ist. Sie wachsen bevorzugt auf Lebensmitteln, Papier, Tapeten (Stockflecken), Stoffen, Zimmerpflanzen, in Bad, Keller, Küche, Garten und sogar im Kühlschrank. Man trifft sie also, ebenso wie die Bakterien, überall an.
Schimmelpilze sind mikroskopisch klein. Der grüne Teppich, von dem man zuweilen aus dem Joghurtbecher geradezu angesprungen wird, ist also bereits eine ganze Kolonie. Ein Schimmelpilz besteht aus einem Zellgeflecht, dem sogenannten Hyphen. Die Sporen (Samen) der Pilze dienen zur Fortpflanzung und sind ebenfalls winzig klein. Es gibt Schimmelpilzarten, deren Sporen ähnlich wie Blütenpollen draußen herumfliegen (Cladosporium-, Alternariaarten) und solche, die zusätzlich oder ausschließlich in Innenräumen vorkommen (Aspergillus-, Penicillium-, Pullularia-, Mucorarten). Blumen- und Gartenerde ist übrigens immer mit Schimmelpilzsporen belastet, ebenso der Komposteimer. Werden Sporen eingeatmet oder mit Nahrungsmitteln aufgenommen, führt dies bei empfindlichen Personen zu allergischen Reaktionen.

Wie äußert sich eine Schimmelpilzallergie?
Eine Allergie gegen Schimmelpilze ist sehr schwer zu erkennen, denn die Symptome sind nicht von den Symptomen anderer Allergien zu unterscheiden. Deshalb ist es sehr wichtig genau zu beobachten wann, wo und unter welchen Umständen die Beschwerden auftreten. Hohe Sporenkonzentrationen in der Luft sind besonders von Mai bis Oktober zu verzeichnen. Dabei kommen die Sporen einiger Schimmelpilz-Arten tagsüber in größeren Mengen vor, die anderen Arten dagegen nachts. Diese winzigen Sporen atmet man leicht ein. Der Kontakt mit menschlichen Schleimhäuten kann allergische Reaktionen auslösen, wie zum Beispiel Fließschnupfen, Husten, Niesanfälle, Nesselfieber und auch Asthma. Nur die Kombination aus Allergietest, Beschwerdebild und Zeitpunkt des Auftretens kann der Schimmelpilzallergie auf die Spur kommen.

Wie kann man eine Schimmelpilzallergie behandeln?
Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse der Allergiediagnostik wird Ihr Arzt die speziell für Sie in Frage kommenden Behandlungsmöglichkeiten auswählen. Bei nahrungsmittelbedingten Schimmelpilzallergien versucht man durch einen entsprechenden Diätplan die allergieverdächtigen Nahrungsmittel als solche zu erkennen und diese so weit wie möglich zu meiden.
Allerdings ist die Einhaltung einer entsprechenden Diät sehr schwierig, da praktisch alle Obst- und Gemüsearten und viele Getreidesorten Schimmelpilzallergene enthalten können.
Am wirkungsvollsten ist bei einer Schimmelpilzallergie sicherlich die Behandlung mit Medikamenten, wobei natürlich gleichzeitig der Kontakt mit Schimmelpilzen so weit wie möglich vermieden werden sollte.

Tipps für Allergiker
Für einen Schimmelpilz-Allergiker ist es wichtig, Pilzsporen möglichst zu meiden. Ganz aus dem Weg gehen kann man ihnen zwar nicht, aber ihre Menge lässt sich verringern. Pilze lieben es warm und feucht. Sorgt man für Trockenheit, macht man ihnen das Leben schwer. So können Sie die Behandlung sinnvoll unterstützen:

  • Lüften Sie Haus und Wohnung so oft wie möglich, Schimmelpilze mögen es feucht und warm.
  • Lagern Sie Obst und Gemüse nur im Kühlschrank und reinigen Sie diesen häufig.
  • Klimaanlagen, Luftfilter und Luftbefeuchter regelmäßig warten und reinigen. Auf Luftbefeuchter gegebenenfalls ganz verzichten.
  • Achten Sie auf Stockflecken hinter Schränken, Kacheln, Holzverkleidungen usw.
  • Verhindern oder beheben Sie nach Möglichkeit Wasserschäden, schlechte Drainage und Kondenswasserbildung in Ihrem Haus.
  • Entfernen Sie möglichst alle Zimmerpflanzen (besonders in Hydrokultur und im Schlafzimmer).
  • Lassen Sie keine Küchenabfälle liegen.
  • Unterlassen Sie Gartenarbeiten, da Sie hierbei mit abgeschnittenen Pflanzenteilen oder Kompost in Berührung kommen. Besonders beim Rasenmähen werden Schimmelpilz-Sporen in großer Zahl aufgewirbelt.

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