Wohnen und leben mit Allergien

Liegt eine Allergie gegen den Kot von Hausstaubmilben vor, kann es sehr entscheidend für die Lebensqualität sein, ob der Wohnraum dieser Allergie angepasst ist, oder nicht. Hausstaubmilben fühlen sich überall dort wohl, wo es warm und feucht ist und ernähren sich hauptsächlich von en Hautzellen, die jeder von uns in für Milben überaus reichhaltiger Form abschilfert. Will man die Milben loswerden, so muss man ihnen den Lebensraum entziehen. Wie der Name Hausstaubmilbe schon erahnen lässt, finden sich diese Milben überall, wo es Staub gibt; für den Allergiker relevant ist aber vielmehr, dass sich der Kot dieser mit den Spinnen verwandten Tierchen mit dem Staub in der Luft verteilt. Und der Kot ist es, gegen den sich die meisten Hausstauballergien richten. Die Schlussfolgerung aus all dem ist simpel: Die Wohnung muss staubfrei gehalten werden.
Dass das nicht so ganz einfach - genauer ausgedrückt: Unmöglich - ist, leuchtet ebenso schnell ein. Trotzdem gibt es wirkungsvolle Methoden, die Staub- und Milbenbelästigung so gering zu halten, dass die Allergie nicht auftritt oder zumindest wesentlich gemildert wird.

Viele dieser Maßnahmen sind teuer, die wenigsten werden von den Kranken- kassen übernommen; so tut es Not, die geplanten Maßnahmen nicht nur mit der schwere der Allergie, sondern auch mit dem eigenen Geldbeutel abzuwägen. Ein gutes Beispiel ist das Bett: Angesichts der eingangs erwähnten Tatsache, dass Milben warmes und feuchtes Milieu bevorzugen, wundert es nicht sehr, dass sich bis zu 80% der Milben im Bett finden. Ist eine Matratze erst einmal mit Milben verseucht, gestaltet sich die Sanierung schwierig, da sowohl mechanische als auch chemische Reinigungsversuche nicht den gewünschten Erfolg bringen. Grundsätzlich gilt hier: Je älter eine Matratze, desto wahrscheinlicher ist sie mit Milben vollgestopft.
Generelle Empfehlung ist hier, die Matratze durch eine neue, allergikerfreundliche, zu ersetzen. Ein Material, in dem sich Milben nur schlecht ansammeln können, ist beispielsweise Latex. Nun ist solch eine nagelneue Latexmatratze nicht eben billig, was die Frage nach Alternativen aufwirft. Sehr bewährt haben sich in diesen Zusammenhang Matratzenüberzüge aus hautfreundlichen und atmungsaktiven Kunststoffen, deren Wirksamkeit sich kaum von einer neuen Matratze unterscheidet. Mit diesen Überzügen wird die Matratze komplett umhüllt, so dass der Milbenkot nicht raus und die Hautschuppen, Nahrung der Milben, nicht hinein kann. Solche Überzüge sind auch für Kissen und Oberbetten erhältlich, wobei diese ein Füllmaterial haben sollten, das sich bei 60° C waschen lässt, denn das reicht aus, um alle Milben darin abzutöten.
Aber auch außerhalb des Bettes lauern diese kleinen, ständig Allergene ausscheidenden Kerlchen. Die Wohnung muss daher stets sauber gehalten werden, was sich aber zum Beispiel mit Teppichböden nur schwerlich realisieren lässt. Daher sollte, wo immer möglich, der Teppich durch glatte Böden (Parkett, Kacheln, Linoleum etc.) ersetzt werden.
Gleiches gilt für Vorhänge und Sofas: Besser sind hier Metalljalousien statt schwerer Stoffvorhänge und der Sofabezug sollte auch nicht aus Stoff, sondern besser aus Leder oder Kunststoff sein. Beim Putzen selbst ist auch noch einiges zu beachten: So saugen viele Staubsauger zwar leistungsstark alles ein, was ihnen vor den Rüssel kommt, doch pusten sie den Milbenkot durch alle Filter wieder aus. Die Folge: Die Wohnung glänzt und die Luft ist voller Allergene. Daher lohnt sich für jeden Hausstauballergiker die Anschaffung eines Staubsaugers, der spezielle Allergenfilter hat. Dass nach Möglichkeit nicht der Allergiker selbst den regelmäßigen Hausputz vornehmen sollte, sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Die perfekt milbenfreie Wohnung findet sich übrigens oberhalb von ca. 1200 Metern über dem Meeresspiegel, denn dort kann keine Hausstaubmilbe mehr überleben. Daher empfiehlt sich das Gebirge auch bei der Wahl des Urlaubsortes.

Inhalt:

Allergie
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