
Überblick:
Zu allergischen Reaktionen kommt es, wenn unser Immunsystem bestimmte, eigentlich harmlose Stoffe als gefährlich einstuft und in einer überschießenden Abwehrreaktion bekämpft. Diese Stoffe, beispielsweise Teile von Pflanzenpollen beim Heuschnupfen, nennt man Allergene.
Ursächlich beteiligt an einer allergischen Reaktion sind meist Antikörper einer bestimmten Klasse (IgE-Antikörper), sowie die sogenannten Mastzellen. Das sind Zellen, die zur unspezifischen Abwehr unseres Körpers gehören und neben anderen Botenstoffen für entzündliche Reaktionen das Histamin enthalten. Die Bildung eines Komplexes aus Allergen, IgE-Antikörper und Mastzellen führt dazu, dass die Mastzellen ihr Histamin ausschütten, was die auftretenden Symptome, wie Hautrötung, Quaddelbildung, Juckreiz usw. verursacht. Neben dieser Allergieform, die die Häufigste ist und in der medizinischen Einteilung als "Typ - I - Allergie" bezeichnet wird, gibt es noch drei andere Mechanismen, die zu einer allergischen Reaktion führen können.
Allgemeines
Allergien gelten als ein großes gesundheitliches Problem unserer Zeit. Das bedeutet nicht, dass es Allergien früher nicht gegeben hätte: Schon Hippokrates, ein im fünften Jahrhundert vor Christus praktizierender griechischer Arzt, beschrieb Patienten, "die dem Käse feindlich waren", sprich: An einer Nahrungsmittelallergie litten. Allerdings sind allergische Erkrankungen seit einiger Zeit in einem Umfang auf dem Vormarsch, der Experten alarmiert: Ursprünglich als Seltenheit geltend, sind sie heutzutage, vor allem in den Industrienationen, ein Massenphänomen: Schätzungen besagen, dass mindestens ein Viertel der Erwachsenen in Deutschland mehr oder weniger stark an Allergien leiden, bei Kindern, die wegen ihres noch wesentlich unausgereifteren Immunsystems anfälliger für Allergien sind, geht man mittlerweile von einer Erkrankungsrate bis zu 40% aus.
Dabei muss man jedoch auch berücksichtigen, dass heutzutage viel mehr Allergien diagnostiziert werden als früher, weil einfach mehr auf die Möglichkeit einer Allergie geachtet wird. Gerade leichtere Verläufe wurden vor nicht all zu langer Zeit beispielsweise als "Sommergrippe" bezeichnet und nicht als Allergie behandelt.
Die Ursachen dieses auffälligen Anstiegs der letzten Jahrzehnte scheinen ebenso vielfältig wie nicht fassbar zu sein: Forscher vermuten, neben der vererbten Bereitschaft, eine Allergie zu entwickeln, vor allem Zusammenhänge mit der Schadstoffbelastung unserer Luft, dem ständig gestiegenen hygienischen Standard und eine nicht unwesentliche Beeinflussung durch unsere Psyche. Unter einen Hut zu bringen sind die unterschiedlichen Erklärungsansätze offenbar nur schwerlich: Theorien gibt es viele, die meisten davon klingen sogar recht einleuchtend: Zum Beispiel die Hypothese, dass Allergien von einem entwicklungsgeschichtlich alten Teil unseres Immunsystems zu verantworten seien, der ursprünglich der Bekämpfung von Wurminfektionen diente und sich nun - in Zeiten eines hohen Hygienestandards arbeitslos geworden - ein neues Betätigungsfeld sucht. Tatsächlich gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Wurminfektionen vor Allergien schützen.
Bewiesen ist dabei ein direkter Zusammenhang aber ebenso wenig wie der Nachweis eines "Allergiegens", also eines Gendefektes, der die Disposition zur Allergieentwicklung vererbbar macht. Nichtsdestotrotz gilt eine erbliche Komponente als sicher, da das Risiko, eine allergische Reaktionslage zu entwickeln, eine deutliche familiäre Häufung zeigt.
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Allergie