
Stempel statt Pflaster
Der Prick-Test ist zusammen mit dem Epikutantest das in Deutschland am häufigsten angewendete Screening-Vverfahren zum Nachweis einer Allergie. Beiden Verfahren ist gemeinsam, dass ein positives Testergebnis in einer allergischen Hautreaktion besteht. Anders als der Epikutantest, der vor allem bei Verdacht auf eine Kontaktallergie mit meist einer Immunreaktion vom verzögerten Typ (Maximum der Hautreaktion nach 72 Stunden) zur Anwendung kommt, ist der Prick-Test das Standardnachweisverfahren für die sogenannten Allergien mit Immunreaktionen vom Soforttyp (Reaktionsmaximum nach ca. 15 Minuten).
Beim Prick-Test wird ein Tropfen einer Lösung, die das interessierende Allergen enthält, auf die Haut getropft und meist mit Hilfe eines speziellen Stempels in die Epidermis (= Oberhaut) eingebracht. Die Epidermis ist die oberste Hautschicht, die aus Hornschicht und Verhornungszone besteht und keine Blutgefäße führt. Das Fehlen von Blutgefäßen macht das Auftreten von allergisch bedingten Komplikationen, zum Beispiel ein Asthmaanfall, äußerst unwahrscheinlich, da das Allergen den Ort, an dem es eingebracht wurde, nicht mit dem Blutsrom verlassen kann.
Gleichzeitig mit den zu untersuchenden Allergenen wird eine Positivkontrolle in Form einer Histaminlösung und eine Negativkontrolle (Kochsalzlösung) in analoger Weise in die Oberhaut eingebracht, um die auftretenden Hauterscheinungen korrekt in histaminvermittelte, also allergisch bedingte und in "normale" Hautreaktionen einteilen zu können. Das ist notwendig, da die "normale" Reaktion auf beispielsweise die mechanische Reizung durch den Stempel, von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen kann.
Abgelesen wird das Testergebnis nach 15 bis 20 Minuten und anhand der Positiv- und Negativkontrolle bewertet.
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